Calathea-Pflege: Wasserqualität, Luftfeuchtigkeit und braune Ränder

Calathea (Korbmarante) im Topf, mit auffällig gemusterten Blättern und rötlich violetter Blattunterseite
· Bild: Calathea ornata, Jardín De Neko (Pexels License) · Pexels

Aktualisiert: 11. August 2026

Pflanzensteckbrief
Licht Gering / hell
Wasserbedarf Mittel / hoch
Schwierigkeit Anspruchsvoll
Für Haustiere sicher? Ja

Die Korbmarante (Calathea, botanisch inzwischen überwiegend Goeppertia) gehört zu den auffälligsten Blattpflanzen überhaupt: kräftige Zeichnungen, oft rötlich violette Blattunterseiten, dazu die Eigenart, die Blätter abends anzuheben und morgens wieder zu senken. Deshalb heißt sie im Handel auch Gebetspflanze.

Ein Vorzug vorweg, der in Haushalten mit Tieren den Ausschlag gibt: Laut ASPCA ist die Calathea für Hunde, Katzen und Pferde ungiftig. Sie ist damit eine der sichersten Zimmerpflanzen überhaupt.

Ehrlich bleiben muss man trotzdem: Die Calathea ist keine Anfängerpflanze für Menschen, die selten gießen. Sie zeigt Unzufriedenheit deutlich, und zwar fast immer auf dieselbe Weise, nämlich mit braunen, trockenen Blatträndern. Diese Seite dreht sich deshalb vor allem um die zwei Ursachen dahinter.

Braune Blattränder: die beiden Hebel

Der Missouri Botanical Garden führt braune Blattspitzen bei Zimmerpflanzen auf mehrere Ursachen zurück: zu niedrige Luftfeuchtigkeit, zu viel Dünger oder andere lösliche Salze, schlechte Wasserqualität, ungünstigen Boden-pH, zu viel oder zu wenig Wasser, mechanische Verletzung, Pflanzenschutzmittel und direkte Sonne. Für die Calathea in einer deutschen Wohnung sind davon zwei praktisch entscheidend: die Wasserqualität und die Luftfeuchtigkeit. Die nächsten beiden Abschnitte behandeln genau diese.

Gießen und Wasserqualität

Gießen Sie so, dass die Erde gleichmäßig feucht bleibt, aber nie nass steht. Der Missouri Botanical Garden empfiehlt für die Calathea regelmäßiges Gießen in der Wachstumszeit und deutlich sparsameres Gießen vom Herbst bis zum Spätwinter. Wichtig ist dabei zweierlei: Gießen Sie so durchdringend, dass Wasser unten aus dem Topf austritt, und schütten Sie überschüssiges Wasser weg, statt es wieder einziehen zu lassen; der Missouri Botanical Garden nennt dafür eine Abtropfzeit von 10 bis 15 Minuten und empfiehlt dieses Durchspülen, um angesammelte Salze auszutragen. Das Wasser sollte Zimmertemperatur haben; von sehr kaltem Gießwasser rät der Missouri Botanical Garden ausdrücklich ab.

Nun zur Wasserqualität. Bei dieser Pflanze wird häufig Fluorid im Leitungswasser genannt. Für Deutschland gehört dazu eine Angabe: Nach Angabe des Bundesinstituts für Risikobewertung wird Trinkwasser in Deutschland nicht fluoridiert, und der Fluoridgehalt ist entsprechend niedrig.

Was in Deutschland tatsächlich zählt, ist die Wasserhärte, und die schwankt regional stark. Das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz unterscheidet drei Härtebereiche, die der DVGW so angibt: weich unter 1,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter, mittel 1,5 bis 2,5 Millimol, hart über 2,5 Millimol. Viele Wasserversorger nennen den Wert zusätzlich in Grad deutscher Härte; umgerechnet liegen die Grenzen dann bei rund 8,4 °dH und 14 °dH. Ihren örtlichen Wert veröffentlicht Ihr Versorger auf seiner Website. Ist Ihr Wasser hart, sind Regenwasser oder gefiltertes Wasser die bessere Wahl für diese Pflanze. Ein Hinweis zu Enthärtungsanlagen: Geräte, die mit Salz regeneriert werden, tauschen Kalzium und Magnesium gegen Natrium aus. Gegen Kalk wirkt das, die Salzfracht des Wassers sinkt dabei aber nicht, und genau auf lösliche Salze reagiert diese Pflanze empfindlich. Nehmen Sie das Gießwasser dann lieber von einem unbehandelten Hahn.

Ein weit verbreiteter Tipp muss dabei richtig eingeordnet werden: Leitungswasser über Nacht stehen zu lassen. Das treibt Chlor aus und ist insofern nicht falsch. An der Härte und an den gelösten Salzen ändert es jedoch nichts, denn Kalzium und Magnesium bleiben im Wasser, egal wie lange es steht. Wer weicheres Gießwasser braucht, kommt um Regenwasser oder einen Filter nicht herum.

Luftfeuchtigkeit

Die Calathea stammt aus dem tropischen Unterwuchs und braucht hohe Luftfeuchtigkeit. Der Missouri Botanical Garden formuliert das deutlich und nennt zugleich das eigentliche Problem: Diese Luftfeuchtigkeit ist im Winter schwer bereitzustellen. Dieselbe Quelle nennt für die Calathea außerdem ausdrücklich, dass sich die Blätter bei zu trockener Luft einrollen oder braun werden.

In deutschen Wohnungen fällt genau das mit der Heizperiode von Oktober bis April zusammen. Praktisch heißt das:

  • Stellen Sie die Pflanze nicht direkt über einen Heizkörper.
  • Eine Schale mit Kies und Wasser, auf der der Topf steht, ohne im Wasser zu stehen, soll die Luftfeuchtigkeit im Umfeld der Pflanze erhöhen. Die Penn State Extension hält sie allerdings für wirkungslos, weil die verdunstende Feuchte sich im ganzen Raum verteilt; darin folgt diese Website der Penn State Extension. Sie schadet nicht, aber verlassen Sie sich nicht darauf. Mehr dazu auf der Seite Trockene Luft.
  • Mehrere Pflanzen zusammenzustellen hält die Penn State Extension dagegen für wirksam; sie weist darauf hin, dass der Effekt von der Zahl der Pflanzen und der Raumgröße abhängt.
  • Ein helles Badezimmer oder eine Küche sind für die Calathea oft die besten Räume der Wohnung, weil dort ohnehin mehr Feuchtigkeit anfällt.

Eine ehrliche Einschränkung dazu: Es ist nicht ratsam, die ganze Wohnung im Winter dauerhaft feucht zu halten, nur damit es einer Pflanze gefällt. Feuchte Luft schlägt sich an kalten Wänden nieder, und genau daraus entsteht Schimmel; das Umweltbundesamt behandelt richtiges Heizen und Lüften deshalb als Schimmelvorsorge. Erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit lieber gezielt in der Nähe der Pflanze als im ganzen Raum: durch das Zusammenstellen mehrerer Pflanzen oder, bei kleinen Exemplaren, die Kultur unter Glas, die die Penn State Extension ausdrücklich nennt.

Licht

Die Calathea will es hell, aber ohne direkte Sonne. Der Missouri Botanical Garden ordnet sie dem Halbschatten bis Schatten zu und nennt direkte Sonne als Ursache für Blattverbrennungen. Ein Platz an einem Ostfenster oder etwas zurückgesetzt von einem hellen Fenster passt gut. Zu dunkel sollte es aber auch nicht sein, sonst verliert die Zeichnung an Kontrast.

Temperatur

Der Missouri Botanical Garden nennt für Goeppertia roseopicta, eine der als Calathea gehandelten Arten, Zimmertemperaturen von etwa 18 bis 24 °C. Halten Sie die Pflanze von kalter Zugluft am Fenster und von der trockenen Warmluft direkt über dem Heizkörper gleichermaßen fern; beides quittiert sie mit eingerollten Blättern.

Erde und Topf

Verwenden Sie eine humose, gut durchlässige Mischung, die Feuchtigkeit hält, ohne zu vernässen; so beschreibt es der Missouri Botanical Garden. Ein Abzugsloch ist Pflicht, und der Topf sollte nur wenig größer sein als der Wurzelballen, weil ein zu großer Topf zu viel Wasser hält. Torffreie Blumenerde bekommen Sie inzwischen in jedem Baumarkt und Gartencenter; torffreie Erden trocknen schneller ab, prüfen Sie die Erde daher etwas häufiger.

Düngen

Hier ist weniger mehr, und das hat mit dem Hauptproblem der Pflanze direkt zu tun: Der Missouri Botanical Garden nennt zu viel Dünger und andere lösliche Salze ausdrücklich als Ursache brauner Blattspitzen. Düngen Sie in der Wachstumszeit deshalb sparsam und schwächer, als es auf der Verpackung steht, und stellen Sie das Düngen im Winter ein. Das gelegentliche Durchspülen der Erde beim Gießen trägt angesammelte Salze wieder aus.

Die Blattbewegung

Dass sich die Blätter abends heben und morgens wieder senken, ist die Eigenart, der die Pflanze ihren Handelsnamen Gebetspflanze verdankt. Diese tageszeitliche Bewegung heißt Nyktinastie und ist ein Merkmal der Marantengewächse, zu denen die Calathea gehört. Sie ist kein Krankheitszeichen, sondern schlicht das, was diese Pflanzen tun.

Häufige Probleme

  • Braune, trockene Blattränder: die typische Beschwerde. Wasserqualität und Luftfeuchtigkeit prüfen, Düngermenge zurücknehmen, Erde beim Gießen durchspülen.
  • Eingerollte Blätter: zu trockene Luft, dazu kommen zu trockene Erde, Zugluft und Kälte infrage.
  • Gelbe Blätter: meist zu viel Wasser; prüfen Sie, ob der Topf dauerhaft nass steht.
  • Blasse Zeichnung: zu viel direkte Sonne oder zu wenig Licht.

Wenn Ihnen die Calathea gefällt

Suchen Sie weitere Pflanzen, die für Haustiere unbedenklich sind, passen diese gut dazu:

  • Grünlilie: laut ASPCA ebenfalls ungiftig für Hunde und Katzen und deutlich anspruchsloser als die Calathea.
  • Schmetterlingsorchidee (Phalaenopsis): laut ASPCA ungiftig für Hunde, Katzen und Pferde, dafür mit Blüten statt Blattzeichnung.

Hinweis zu den Werten: Der genannte Temperaturbereich ist ein Richtwert für einen normal beheizten Wohnraum; Ihre Wohnung und die Jahreszeit verschieben ihn. Die Härtebereiche sind dagegen gesetzlich festgelegt: Regional unterschiedlich ist nur der Wert Ihres eigenen Wassers. Bei der Calathea bringt erfahrungsgemäß eine einzige Umstellung am meisten: weicheres Gießwasser und mehr Luftfeuchtigkeit in der Nähe der Pflanze, etwa durch Gruppieren.

Die Angaben zur Haustiersicherheit sind allgemein. Pflanzennamen und Sorten können regional abweichen. Wenn Ihr Tier eine Pflanze frisst oder Sie unsicher sind, wenden Sie sich an Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt.

Häufige Fragen

Warum bekommt meine Calathea braune, trockene Blattränder?

Das ist das häufigste Problem dieser Pflanze. Der Missouri Botanical Garden nennt als Ursachen für braune Blattspitzen unter anderem zu niedrige Luftfeuchtigkeit, zu viel Dünger und andere lösliche Salze, schlechte Wasserqualität sowie zu viel oder zu wenig Wasser. In deutschen Haushalten sind die beiden praktischen Hebel deshalb: kalkarmes Gießwasser und mehr Luftfeuchtigkeit rund um die Pflanze.

Welches Wasser soll ich für die Calathea nehmen?

In Regionen mit hartem Wasser sind Regenwasser oder gefiltertes Wasser die bessere Wahl; Ihren örtlichen Härtegrad veröffentlicht Ihr Wasserversorger. Wasser aus einer salzbetriebenen Enthärtungsanlage eignet sich nicht, weil es Kalzium und Magnesium gegen Natrium tauscht und die Salzfracht nicht senkt. Das Wasser sollte Zimmertemperatur haben, denn der Missouri Botanical Garden rät ausdrücklich davon ab, Zimmerpflanzen mit sehr kaltem Wasser zu gießen. Zum häufig genannten Fluorid gilt für Deutschland: Trinkwasser wird hier nach Angabe des BfR nicht fluoridiert, der Fluoridgehalt ist entsprechend niedrig.

Warum rollen sich die Blätter meiner Calathea ein?

Der Missouri Botanical Garden nennt für die Korbmarante ausdrücklich, dass sich die Blätter bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit einrollen oder braun werden. Prüfen Sie deshalb zuerst die Luftfeuchtigkeit und die Erde. In der Heizperiode ist trockene Heizungsluft die naheliegendste Erklärung.

Die Blätter heben sich abends und senken sich morgens, ist das normal?

Ja, das ist völlig normal und der Grund für den Namen Gebetspflanze. Die Blätter bewegen sich im Tagesrhythmus; diese Nyktinastie gehört zur Familie der Marantengewächse und ist kein Krankheitszeichen.

Ist die Calathea für Katzen und Hunde giftig?

Nein. Laut ASPCA ist Calathea für Hunde, Katzen und Pferde ungiftig, was sie zu einer der sichersten Zimmerpflanzen für Haushalte mit Tieren macht. Größere Mengen Pflanzenmaterial können dennoch Erbrechen und Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Wenn Ihr Tier größere Mengen gefressen hat oder Beschwerden zeigt, wenden Sie sich an Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt.

Quellen