Giftige Zimmerpflanzen für Katzen und Hunde
Aktualisiert: 18. August 2026
Vor dem Kauf einer Zimmerpflanze steht oft dieselbe Frage: Schadet diese Pflanze meiner Katze oder meinem Hund?
Diese Seite führt den Status aller Pflanzen dieser Website an einer Stelle zusammen. Jede Zeile hängt an ihrer eigenen Quelle, und zwar am institutionellen Eintrag zu der jeweiligen Art, nicht am Namen der Pflanze. Der Grund ist einfach: Derselbe gebräuchliche Name führt zu mehreren Arten, und zwischen Arten ändert sich die Giftigkeit. Das Merck Veterinary Manual schreibt das ausdrücklich: Pflanzen mit demselben gebräuchlichen Namen können zu verschiedenen Familien gehören und unterschiedliche Giftigkeit zeigen, weshalb neben dem gebräuchlichen Namen auch der botanische Name bekannt sein muss.
Drei Dinge vorweg:
- Giftig heißt nicht, dass die Pflanze nicht bei Ihnen stehen darf. Die meisten Vergiftungen entstehen, weil ein Tier an einer leicht erreichbaren Pflanze frisst. Der Platz ist oft schon die ganze Lösung.
- Ungiftig heißt nicht verdaulich. Auch eine ungiftige Pflanze kann Erbrechen auslösen, wenn ein Tier größere Mengen davon frisst.
- Fehlende Information ist keine Entwarnung. Pflanzen ohne Eintrag in der Quelle stehen in der dritten Liste; diese Website führt sie nicht als ungiftig.
Eine Zeile steht anders da als alle übrigen: die Lilie. Die meisten Pflanzen dieser Liste lösen Reizungen im Maul, Erbrechen oder Magenbeschwerden aus. Lilien verursachen bei Katzen tödliches Nierenversagen. Nach Angaben der FDA ist die ganze Pflanze gefährlich, also Stiel, Blätter, Blüte, Pollen und das Wasser in der Vase, und es genügt, dass eine Katze beim Putzen des Fells einige Pollenkörner aufnimmt. Wird die Behandlung um 18 Stunden oder mehr nach der Aufnahme verzögert, hat die Katze nach derselben Quelle in der Regel ein irreversibles Nierenversagen. Lesen Sie diese Zahl nicht als Frist: Sie sagt, ab wann es meist zu spät ist, und nicht, wie viel Zeit Ihnen bleibt. Wenn Sie eine Katze haben, holen Sie keine Lilien ins Haus; ist ein Strauß angekommen, bringen Sie ihn wieder hinaus. Fahren Sie im Verdachtsfall in die Tierarztpraxis, ohne auf Anzeichen zu warten.
Als giftig eingestuft
Diese Pflanzen sind nach ihren Quellen für Katzen und Hunde giftig. Stellen Sie sie außer Reichweite von Tieren auf.
Als ungiftig eingestuft
Diese Pflanzen sind nach ihren Quellen für Katzen und Hunde ungiftig. Zum Fressen ermuntert werden sollten sie trotzdem nicht.
| Pflanze | Botanischer Name | Quelle |
|---|---|---|
| Arekapalme | Dypsis lutescens | ASPCA · Areca Palm |
| Bergpalme | Chamaedorea elegans | ASPCA · Parlor Palm |
| Calathea | Calathea sp. (Goeppertia) | ASPCA · Calathea |
| Fittonie | Fittonia albivenis | ASPCA · Nerve Plant |
| Gerbera | Gerbera jamesonii | ASPCA · Gerber Daisy |
| Glückskastanie | Pachira aquatica | ASPCA · Money Tree |
| Grünlilie | Chlorophytum comosum | ASPCA · Spider Plant |
| Guzmanie | Guzmania lingulata | ASPCA · Orange Star |
| Haworthia (Zebra-Haworthia) | Haworthiopsis fasciata | ASPCA · Haworthia species |
| Schmetterlingsorchidee | Phalaenopsis sp. | ASPCA · Phalaenopsis Orchid |
| Schwertfarn | Nephrolepis exaltata | ASPCA · Boston Fern |
| Usambaraveilchen | Saintpaulia sp. | ASPCA · African Violet (Saintpaulia spp.) |
| Wachsblume | Hoya carnosa | ASPCA · Wax Plant |
| Weihnachtskaktus | Schlumbergera | ASPCA · Christmas Cactus |
Fälle mit unklarem Status
Für diese Pflanzen ließ sich kein institutioneller Eintrag zur richtigen Art finden. Entweder fehlt die Art in der Quelle ganz, oder es gibt einen ähnlich benannten Eintrag, der aber zu einer anderen Art gehört. Dass eine Quelle schweigt, heißt nicht, dass die Pflanze ungiftig ist. Deshalb stehen diese Pflanzen nicht in der Tabelle der ungiftigen, und diese Website zählt diese Zeilen auch nicht mit, wenn sie eine Pflanze für einen Haushalt mit Katze, Hund oder kleinem Kind vorschlägt. Behandeln Sie einen unklaren Fall in der Praxis wie einen giftigen.
| Pflanze | Botanischer Name | Warum unklar |
|---|---|---|
| Aeschynanthus | Aeschynanthus | Der Lipstick-Plant-Eintrag der Quelle gilt Aeschynanthus humilis; unsere Pflanze steht auf Gattungsebene |
| Kaktus | Cactaceae | Gruppenname: Kakteen umfassen Tausende Arten, eine einzige Sicherheitsantwort gibt es nicht |
| Leuchterblume | Ceropegia woodii | Kein Eintrag zu Ceropegia woodii |
| Maranta | Maranta leuconeura | Der Maranta-Eintrag der Quelle gilt tatsächlich Calathea insignis |
| Olivenbaum | Olea europaea | Kein Eintrag zum Olivenbaum (zwei Namen geprüft) |
| Peperomia | Peperomia polybotrya | Kein Eintrag zu Peperomia polybotrya; der ähnlich benannte Eintrag gilt einer anderen Art |
| Pilea | Pilea peperomioides | Kein Eintrag zu Pilea peperomioides |
| Sukkulente | Succulents | Gruppenname: Im selben Regal stehen giftige und ungiftige Arten nebeneinander |
Die Zeile zur Maranta zeigt gut, warum es die dritte Liste überhaupt gibt: In der Quelle existiert ein Eintrag namens Maranta, und er sagt ungiftig, aber der botanische Name dieses Eintrags lautet Calathea insignis, also eine andere Gattung. Eine Prüfung, die nur auf den Namen schaut, hätte hier bestätigt gemeldet.
Achtung: Sammelnamen sind unklar
Manche Namen stehen nicht für eine Art, sondern für sehr verschiedene Pflanzen. Unter diesen Namen finden sich giftige und ungiftige Arten nebeneinander, und das ist ein Sicherheitsproblem.
Kaktus und Sukkulente sind solche Sammelnamen. Innerhalb dieser Gruppen gilt:
- Echeveria und Haworthia gelten als ungiftig
- Euphorbia (die Arten, die beim Schnitt weißen Milchsaft abgeben) und Kalanchoe sind giftig
Die Glücksnamen des deutschen Handels
Im deutschen Handel tragen mehrere Zimmerpflanzen einen Namen, der mit Glück oder mit Geld beginnt. Die Namen ähneln sich, die Pflanzen sind nicht verwandt, und ihr Status geht in drei verschiedene Richtungen auseinander:
| Name im Handel | Botanischer Name | Status |
|---|---|---|
| Glückskastanie | Pachira aquatica | Ungiftig |
| Glücksfeder, auch Zamie oder ZZ-Pflanze | Zamioculcas zamiifolia | Giftig |
| Glücksbambus | Dracaena sanderiana | Giftig |
| Geldbaum | Crassula ovata | Giftig |
| Glückstaler, auch Ufopflanze | Pilea peperomioides | Unklar (kein Eintrag) |
| Glücksklee | Oxalis tetraphylla | Giftig |
Der Glücksklee steht als einziger dieser sechs nicht in den drei Tabellen oben. Der Grund ist nicht sein Status, sondern dass er auf dieser Website keine dauerhafte Zimmerpflanze mit Steckbrief ist, sondern eine Saisonpflanze zu Silvester; die ASPCA führt Oxalis für Katzen und Hunde als giftig, und seine eigene Seite nennt diesen Eintrag.
Der Name allein trägt hier also keine Auskunft. Welche Pflanze bei Ihnen steht, entscheidet der botanische Name; er steht in der Tabelle oben und auf der Pflegeseite der jeweiligen Pflanze. Wenn Sie sich nicht sicher sind, behandeln Sie die Pflanze als giftig und stellen Sie sie außer Reichweite.
Anzeichen
Die Anzeichen einer Vergiftung hängen von der Pflanze und von der aufgenommenen Menge ab. Am häufigsten sind:
- Reizung von Maul, Zunge und Lippen, starker Speichelfluss
- Erbrechen und Durchfall
- Appetitlosigkeit
- Schluckbeschwerden, Schlagen mit der Pfote gegen das Maul
- Schwäche, gestörte Koordination der Bewegungen
- Bei manchen Pflanzen, besonders bei Zwiebelpflanzen, Bauchschmerzen und Zittern
Bei Pflanzen mit unlöslichen Kalziumoxalaten wie Dieffenbachie, Alokasie und Einblatt ist das Bild typisch. Das Merck Veterinary Manual nennt für diese Gruppe als erste Anzeichen plötzlichen Schmerz, Reizung, Rötung, starken Speichelfluss, Schlagen mit der Pfote gegen das Maul, Schwellung, Schwäche und Appetitlosigkeit; ein Nierenschaden ist in dieser Gruppe nicht zu erwarten. Weil das Brennen im Maul das Tier sofort von der Pflanze wegtreibt, wird auch das Fressen größerer Mengen schwierig.
Lösliche Oxalate verhalten sich anders: Dieselbe Quelle nennt bei kleiner Menge Übelkeit und Appetitlosigkeit, bei größerer Menge ein Absinken des Kalziumspiegels im Blut, Zucken und Krampfanfälle; in dieser Gruppe besteht das Risiko eines Nierenschadens.
Was im Verdachtsfall zu tun ist
- Nehmen Sie die Pflanzenreste vorsichtig aus dem Maul.
- Stellen Sie fest, um welche Pflanze es sich handelt. Nehmen Sie nach Möglichkeit ein Blatt oder ein Foto mit. Wenn Sie den botanischen Namen kennen, nennen Sie auch ihn; der gebräuchliche Name allein reicht unter Umständen nicht.
- Rufen Sie ohne Zeitverlust Ihre Tierarztpraxis an und nennen Sie den Namen der Pflanze. Rufen Sie auch dann an, wenn noch keine Anzeichen zu sehen sind.
- Lösen Sie kein Erbrechen aus. Bei manchen Pflanzen richtet das mehr Schaden an.
- Geht es um einen Menschen, berät das für Ihr Bundesland zuständige Giftinformationszentrum. Bei Atemnot, Bewusstseinstrübung oder Kreislaufproblemen wählen Sie sofort den Notruf 112. Diese Seite nennt keine Mengen und keine Gegenmittel.
Das Risiko senken
- Der Platz ist die wirksamste Lösung. Ein hohes Regal, eine Ampel oder ein geschlossenes Zimmer reichen in vielen Fällen aus. Bei Katzen ist mehr Sorgfalt nötig als bei Hunden, weil sie klettern.
- Prüfen Sie eine neue Pflanze vor dem Kauf. Bei geschenkten Pflanzen gilt dasselbe.
- Sammeln Sie abgefallene Blätter auf. Ein vertrocknetes, heruntergefallenes Blatt ist ebenfalls giftig und am Boden leichter erreichbar.
- Räumen Sie Reste nach dem Schneiden und Umtopfen sofort weg.
- Bieten Sie Katzen eine Alternative an. Katzenminze oder Katzengras kann das Bedürfnis, an Pflanzen zu kauen, in eine ungefährliche Richtung lenken.
- Sie müssen eine giftige Pflanze nicht aus der Wohnung schaffen; sie unerreichbar zu machen, genügt meistens.
Die Grenzen dieser Liste
- Jede Zeile hängt an ihrer eigenen Quelle, nicht die ganze Liste an einer einzigen. Die Quelle einer Zeile erreichen Sie über den Link in der Tabelle.
- Ein Gattungseintrag ist nicht dasselbe wie ein Arteintrag. Bei manchen Zeilen führt die Quelle nur einen Eintrag auf Gattungsebene; er deckt die ganze Gattung ab, ist aber nicht für eine einzelne Art gemessen. Gummibaum und Geigenfeige stehen so da, beide hängen am selben Eintrag zur Gattung Ficus.
- Nicht jede Zeile ruht auf einem Eintrag zu Katzen und Hunden. Beim Kroton behandelt die verlinkte Quelle die Giftigkeit für Menschen; einen Eintrag zu Katzen und Hunden gibt es dort nicht. Der Eintrag Giftig stammt bei dieser Art aus der artenübergreifenden Datenbasis dieser Website und bleibt als Vorsichtsmaßnahme stehen, weil eine Lücke in den Quellen keine Entwarnung ist; ausführlich steht das auf der Seite Kroton. Die Zeile zur Perlenschnur wiederum stützt sich auf einen Fachartikel der ASPCA und nicht auf einen Eintrag ihrer Pflanzendatenbank.
- Die Liste umfasst die Pflanzen dieser Website, nicht jede Pflanze in Ihrer Wohnung. Für eine Pflanze, die hier fehlt, können Sie die Suchseite der Quelle selbst benutzen.
- Auch Arten, die keine Zimmerpflanzen sind, stehen in der Liste. Gerbera, Hyazinthe, Alpenveilchen, Zimmerazalee, Geranie, Lilie und Olivenbaum sind keine dauerhaften Zimmerpflanzen; sie stehen hier, weil sie als Geschenk und als Schnittblume in die Wohnung kommen. Ausführlich: Keine Zimmerpflanzen.
- Der Grad der Giftigkeit unterscheidet sich von Pflanze zu Pflanze stark. Manche lösen leichte Magenbeschwerden aus, andere ernste Anzeichen. Diese Liste macht diesen Unterschied nicht; wenden Sie bei jeder giftigen Pflanze dieselbe Vorsichtsmaßnahme an.
- Diese Seite ersetzt keine tierärztliche Beratung. Wenden Sie sich im Verdachtsfall unbedingt an eine Tierarztpraxis.
Angaben zu einer bestimmten Pflanze finden Sie im Abschnitt zur Giftigkeit auf der jeweiligen Pflegeseite.