Wollläuse an Zimmerpflanzen: erkennen und loswerden
Aktualisiert: 12. August 2026
Wollläuse, auch Schmierläuse genannt, sitzen als weiße, watteartige Polster dort, wo Blatt und Trieb zusammenkommen. Die Royal Horticultural Society beschreibt sie für Zimmerpflanzen als flauschiges weißes Wachs, das sich in Blattachseln und an Gewebeübergängen zu Gruppen sammelt.
Sie bewegen sich kaum und sie verstecken sich gut. Beides zusammen erklärt, warum dieser Schädling fast immer spät bemerkt wird.
So erkennen Sie Wollläuse
- Größe und Aussehen. Die Royal Horticultural Society gibt bis zu 4 mm an. Die Tiere wirken weiß, sind zum Teil aber rosafarben, und an ihren Rändern stehen wachsige Fäden ab.
- Wo sie sitzen. Nach Angabe der Royal Horticultural Society in Blattachseln, in Blattscheiden, zwischen rankenden Trieben und unter loser Rinde; einige Arten leben an den Wurzeln. Das ist eine Liste von Orten, an die man beim Gießen nicht schaut.
- Bewegung. Praktisch keine. Die Royal Horticultural Society schreibt, dass die Weibchen weder fliegen noch weit laufen. Deshalb bleibt ein Befall oft lange auf einer Pflanze.
- Die Eihüllen. Die Eier werden nach Angabe der Royal Horticultural Society unter einer weißen wachsigen Hülle abgelegt. Diese Hüllen sind größer und unregelmäßiger als die einzelnen Tiere.
Schimmel oder Wolllaus
Die Verwechslung ist häufig. Berühren Sie den Belag vorsichtig mit einem Zahnstocher:
| Schimmel | Wolllaus | |
|---|---|---|
| Aufbau | flach, dem Gewebe aufliegend | erhaben, mit einem Körper darunter |
| Beim Berühren | zerfällt, hinterlässt einen Fleck | ein Tier kommt zum Vorschein |
| Klebriger Belag | nein | ja, Honigtau |
Woran Sie den Befall sonst merken
Wollläuse saugen Pflanzensaft und scheiden den Überschusszucker als Honigtau aus; darauf siedeln sich schwarze Rußtaupilze an. Die Royal Horticultural Society beschreibt diese Abfolge, und der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen beschreibt sie für Kübelpflanzen ebenso: erst der klebrige Belag, dann der schwarze Pilzrasen darauf.
Warum Abduschen hier nicht reicht
Für Zimmerpflanzen führt die Royal Horticultural Society das Absammeln von Hand als Weg auf.
Diese Website rät bei Wollläusen zusätzlich vom Abduschen ab. Das ist eine eigene Einschätzung, und sie stützt sich auf die beiden Beschreibungen oben: Die Tiere sind von Wachs bedeckt, und sie sitzen in Blattachseln, Blattscheiden und unter loser Rinde. Das sind enge, geschützte Stellen, über die ein Wasserstrahl hinweggeht. Arbeiten Sie die Pflanze deshalb Stelle für Stelle ab.
Was Sie tun
1. Die Pflanze getrennt aufstellen. Die Royal Horticultural Society führt für Zimmerpflanzen auf, befallene Pflanzen von den übrigen zu trennen.
2. Jedes Tier einzeln entfernen. Mit einem feuchten Tuch, in engen Winkeln mit einem Wattestäbchen. Gehen Sie Blattachsel für Blattachsel vor und nehmen Sie die watteartigen Eihüllen mit.
Wechseln oder spülen Sie das Tuch häufig aus. Sonst verteilen Sie die Tiere auf der Pflanze, statt sie zu entfernen.
3. Danach abspülen. Ein Durchgang mit lauwarmem Wasser nimmt Reste und den klebrigen Belag mit. Decken Sie den Topf ab, damit die Erde nicht ausgewaschen wird.
4. Stark befallene Triebe zurückschneiden. Der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen nennt das Zurückschneiden befallener Triebe als erste mechanische Maßnahme. Bei diesem Schädling spart das viel Handarbeit.
5. Mehrfach nachkontrollieren. Die unter Wachs abgelegten Eier überstehen den ersten Durchgang. Sehen Sie sich dieselben Stellen nach einigen Tagen erneut an und wiederholen Sie, solange Sie Tiere oder Hüllen finden.
6. Bei anhaltender Schwäche die Wurzeln ansehen. Siehe den nächsten Abschnitt.
Waschen Sie sich nach der Arbeit die Hände.
Wollläuse an den Wurzeln
Die Royal Horticultural Society schreibt, dass einige Arten an den Wurzeln leben. Das erklärt einen Fall, der sonst rätselhaft bleibt: Die Pflanze schwächelt und erholt sich nicht, obwohl an Blättern und Trieben nichts zu sehen ist und die Bewässerung stimmt.
Nehmen Sie die Pflanze dann aus dem Topf und sehen Sie sich Wurzelhals, Wurzeln und die Innenseite der Topfwand an. Weiße, watteartige Spuren dort sind das Zeichen. Spülen Sie in diesem Fall die Wurzeln gründlich ab und topfen Sie die Pflanze in frisches Substrat und einen sauberen Topf um.
Wo sie besonders häufig sind
Der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen schreibt, dass Wollläuse und Schmierläuse vor allem an mediterranen Kübelpflanzen wie Oleander, Lorbeer, Zitrus, Hibiscus und Phoenix-Palme auftreten.
Das ist für deutsche Haushalte die praktisch wichtigste Information auf dieser Seite. Genau diese Pflanzen verbringen den Winter im Haus, im Wintergarten, im Treppenhaus oder in der Garage. Ein Befall, der draußen kaum auffällt, hat im Winterquartier Monate Zeit. Sehen Sie die Pflanzen deshalb beim Einräumen im Herbst durch und noch einmal im Lauf des Winters, jeweils in den Blattachseln.
Für Zimmerpflanzen nennt die Royal Horticultural Society als besonders betroffene Gruppen unter anderem Citrus, Orchideen und Sukkulenten einschließlich Kakteen. Bei Orchideen lohnt der Blick zwischen die Blattansätze und an die Luftwurzeln; mehr zur Pflege steht auf der Seite Orchideen pflegen.
Was nicht hilft
- Nur abduschen. Siehe oben: Wachs und Sitzplatz.
- Nur die sichtbaren Polster nehmen. Blattscheiden, lose Rinde und der Wurzelbereich bleiben dann unbearbeitet.
- Die Ameisen bekämpfen. Sie kommen wegen des Honigtaus und sind die Anzeige, nicht die Ursache.
- Ein einziger Durchgang. Die Eihüllen bleiben.
Wie viel Befall ist hinnehmbar
Die Royal Horticultural Society formuliert hier zurückhaltend: Pflanzen können ein gewisses Maß an Wollläusen vertragen, allerdings können die Bestände rasch anwachsen, wenn man sie unkontrolliert lässt.
Daraus folgt beides. Sie müssen nicht jedes einzelne Tier finden, um die Pflanze zu retten. Und Sie können den Befall auch nicht laufen lassen. Für stark befallene Pflanzen nennt die Royal Horticultural Society ausdrücklich die Möglichkeit, sie zu entsorgen, statt zu versuchen, sie zu retten. Bei einer großen Kübelpflanze ist das eine schwere Entscheidung; bei einem kleinen Topf, der die ganze Sammlung gefährdet, ist sie oft die richtige.
Vorbeugen
- Neue Pflanzen prüfen und getrennt aufstellen. Für Wollläuse nennt die Royal Horticultural Society eine längere Frist als üblich: mindestens einen Monat getrennt von den anderen Pflanzen.
- Einmal im Monat in die Blattachseln sehen, besonders bei Orchideen, Sukkulenten und Zitruspflanzen.
- Abgestorbene Blätter und Schnittreste entfernen. Die Royal Horticultural Society führt das als vorbeugende Maßnahme auf.
- Kübelpflanzen beim Einräumen ins Winterquartier durchsehen.
- Pflanzen nicht zu eng stellen.
Warum hier kein Mittel genannt wird
Auf dieser Website werden keine Pflanzenschutzmittel mit Namen oder Dosierung genannt. Nach Angabe des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit dürfen im Haus- und Kleingartenbereich nur Mittel angewendet werden, die ausdrücklich für nichtberufliche Anwender zugelassen sind; alle Pflanzenschutzmittel unterliegen dem Selbstbedienungsverbot, und Verkäuferinnen und Verkäufer sind gesetzlich zur Beratung verpflichtet.
Bei starkem oder wiederkehrendem Befall wenden Sie sich an eine Gärtnerei oder einen Fachbetrieb. Bei wertvollen Kübelpflanzen lohnt dieser Weg früher als bei einer Zimmerpflanze vom Discounter.
Feste braune Höcker statt weißer Polster? Dann sind es eher Schildläuse. Dichte Gruppen an Triebspitzen sprechen für Blattläuse. Eine Übersicht nach Symptom finden Sie auf der Seite Schädlinge an Zimmerpflanzen.