Kalanchoe-Pflege: Licht, Gießen, Blüte und Giftigkeit

Kalanchoe (Kalanchoe blossfeldiana) mit orangefarbenen Blütendolden in einem braunen Topf
· Bild: Kalanchoe blossfeldiana, Du Tử Mộng / Pexels (Pexels) · Pexels

Aktualisiert: 13. August 2026

Pflanzensteckbrief
Licht Direkte Sonne
Wasserbedarf Gering
Schwierigkeit Einfach
Für Haustiere sicher? Giftig

Die Kalanchoe (Kalanchoe blossfeldiana), im Handel meist Flammendes Käthchen genannt, ist eine Sukkulente, die blühend verkauft wird. Die NC State Extension ordnet sie den Dickblattgewächsen (Crassulaceae) zu, nennt als Herkunft den Nordosten Madagaskars und eine Höhe von etwa 15 bis 45 cm (die Quelle schreibt: 6 bis 18 inches).

Ein Hinweis vorweg, weil er den Standort betrifft: Die ASPCA führt die Kalanchoe als giftig für Hunde und Katzen. Stellen Sie die Pflanze außer Reichweite auf. Was die Quellen im Einzelnen sagen, steht im übernächsten Abschnitt.

Welche Pflanze Sie vor sich haben

BBC Gardeners’ World nennt für Kalanchoe blossfeldiana die englischen Handelsnamen flaming Katy, panda plant und widow’s thrill; die NC State Extension führt Christmas Kalanchoe, Florist Kalanchoe und Madagascar Widow’s Thrill. Im deutschen Handel steht meist Flammendes Käthchen auf dem Etikett.

Daneben verkaufen Gärtnereien Calandiva®. BBC Gardeners’ World beschreibt sie als eine aus Kalanchoe blossfeldiana gezüchtete Form mit gefüllten Blüten. Dieselbe Quelle nennt außerdem weitere Arten der Gattung, darunter Kalanchoe thyrsiflora, Kalanchoe pumila, Kalanchoe sexangularis und Kalanchoe pinnata. Die Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf Kalanchoe blossfeldiana.

Giftigkeit: zwei Einstufungen, zwei Zuständigkeiten

Bei dieser Pflanze kommen zwei seriöse Quellen zu unterschiedlichen Ergebnissen, und der Unterschied ist kein Detail.

Das Giftinformationszentrum Bonn führt Kalanchoë blossfeldiana unter dem deutschen Namen Flammendes Käthchen und stuft sie als ungiftig ein. Seine Skala reicht von ungiftig über gering giftig und giftig bis sehr giftig.

Die ASPCA führt die Kalanchoe dagegen als giftig für Hunde und Katzen. Als Wirkstoff nennt sie Bufadienolide, als Anzeichen Erbrechen, Durchfall und, selten, Herzrhythmusstörungen.

Zwei Dinge gehören dazu:

  • Das Giftinformationszentrum ist eine Einrichtung der Humanmedizin. Seine Einstufung sagt nichts über Hunde und Katzen. Für Haustiere gilt die Einstufung der ASPCA, und die lautet giftig.
  • Für Menschen sind sich die Quellen nicht einig. Die NC State Extension schreibt, dass eine Aufnahme durch Menschen oder Tiere Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Teilnahmslosigkeit und Herzrhythmusstörungen auslösen könne; als giftige Pflanzenteile nennt sie Blüten, Blätter und Stängel. Zu Hautkontakt schreibt dieselbe Quelle, dass die Pflanze keine Kontaktdermatitis auslöst. Das Giftinformationszentrum Bonn kommt für den Menschen zu einer anderen Einstufung. Diese Seite löst den Widerspruch nicht auf und gibt beide mit ihrer Quelle wieder.

Wirkt ein Tier krank, nachdem es an der Pflanze gefressen hat, wenden Sie sich an Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt. Geht es um einen Menschen, ist das für Ihr Bundesland zuständige Giftinformationszentrum die richtige Adresse; bei bedrohlichen Anzeichen wählen Sie den Notruf 112. Diese Seite nennt keine Mengen und keine Gegenmittel.

Standort und Licht

Die Kalanchoe gehört zu den hellen Standorten. Das Gartenbau-Wiki Hortipendium führt sie auf seiner Übersichtsseite zu Zimmerpflanzen ausdrücklich in der Gruppe mit großem Lichtbedarf, 2.000 bis 3.000 Lux.

BBC Gardeners’ World wird bei der Fensterseite konkret, und zwar nach Jahreszeit getrennt:

  • Ost- und Westfenster sind im Sommer ideal.
  • Südfenster ist die Empfehlung für den Winter.

Die NC State Extension setzt einen anderen Akzent: Sie ordnet die Art dem Halbschatten zu, also direkter Sonne nur für einen Teil des Tages, zwei bis sechs Stunden. Für die Blütenbildung nennt dieselbe Quelle sechs bis acht Stunden helles Licht am Tag. Die beiden Angaben stehen so in der Quelle und werden hier nicht zu einer Zahl verrechnet.

Wie Sie einen dunklen Standort einordnen, steht auf der Seite Wenig Licht. Der Wechsel an einen deutlich helleren Platz hat eine eigene Seite, und er steht dort mit seiner Quelle: Sonnenbrand an Blättern.

Gießen

Die Schwelle ist bei dieser Pflanze klar benannt. BBC Gardeners’ World schreibt: gießen Sie erst, wenn die obersten wenigen Zentimeter der Erde trocken sind, und im Winter sehr sparsam.

Die andere Richtung nennt das Gartenbau-Wiki Hortipendium für Zimmerpflanzen allgemein: Eine Überversorgung führt zu Wurzel- und Stängelfäule. Lassen Sie überschüssiges Wasser ablaufen und den Topf nicht im Wasser stehen; Staunässe ist der Fall, den Sie vermeiden wollen.

Erde und Umtopfen

BBC Gardeners’ World nennt beim Umtopfen frische torffreie Blumenerde, alternativ Erde für Zimmerpflanzen oder Kakteenerde. Um die Mischung durchlässiger zu machen, nennt dieselbe Quelle Vermiculit, Perlit oder Splitt als Zuschlag.

Für deutsche Leserinnen und Leser ist der erste Punkt der bequemste: Torffreie Blumenerde steht in jedem Baumarkt und Gartencenter im Regal. Torffreie Erden trocknen schneller ab als torfhaltige; prüfen Sie die Erde daher etwas häufiger.

Temperatur

Zur Temperatur nennen die hier ausgewerteten Quellen einen einzigen Wert: BBC Gardeners’ World schreibt, die Pflanze im Winter über 10 °C zu halten. Eine allgemeine Wohlfühlspanne für die übrige Zeit des Jahres nennt keine der Quellen, und diese Seite nennt deshalb auch keine.

In einer deutschen Wohnung wird dieser Wert während der Heizperiode von Oktober bis April im beheizten Zimmer nicht unterschritten. Kritisch sind eher ein ungeheizter Wintergarten, ein kaltes Treppenhaus oder der Platz zwischen Fensterscheibe und zugezogenem Vorhang in einer Frostnacht; das ist eine eigene Einschätzung dieser Website.

Düngen

BBC Gardeners’ World nennt einmal im Monat im Frühjahr und Sommer.

Im Winter wird nicht gedüngt. Das Gartenbau-Wiki Hortipendium begründet das auf seiner Übersichtsseite zu Zimmerpflanzen damit, dass im Winter zu wenig Licht vorhanden ist und eine Düngung in diesem Zeitraum deshalb nicht zu empfehlen ist.

Diese Seite nennt keine Produktnamen und keine Dosierung. Zeigen sich ein weißer Belag auf der Erde und braune Stellen, kann Düngersalz dahinterstecken; wie Sie das prüfen, steht auf der Seite Düngersalz.

Blüte und Wiederblüte

Die Kalanchoe wird blühend gekauft, und die zweite Blüte ist die eigentliche Frage.

Den Mechanismus erklärt BBC Gardeners’ World: Kalanchoen sind Kurztagpflanzen. Sie brauchen eine Ruhephase aus kurzen Tagen und langen Nächten, um Knospen anzulegen.

Wie man das zu Hause nachstellt, beschreiben die beiden Quellen unterschiedlich, und ihre Zahlen sind nicht dieselben:

QuelleLicht am TagDauerZusatz
BBC Gardeners’ Worldacht bis neun Stunden Tageslichtmindestens ein Monatnur sparsam gießen
NC State Extensionsechs bis acht Stunden helles Licht, dazu 14 Stunden völlige Dunkelheit im Herbst und Wintermindestens sechs Wochenkeine Angabe

Diese Seite rechnet die beiden Angaben nicht ineinander um und nennt keinen Mittelwert. Wenn Sie es versuchen, folgen Sie einer der beiden Anleitungen ganz.

Abgeblühtes entfernen Sie laufend: BBC Gardeners’ World rät, verwelkte Blüten zu entfernen, sobald sie abblühen.

Dass dieser Aufwand nicht jedermanns Sache ist, gehört zur Ehrlichkeit dazu. Viele Menschen kaufen die Kalanchoe blühend und genießen die Blütezeit, ohne die Wiederblüte zu erzwingen; das ist eine eigene Einschätzung dieser Website und keine Angabe der Quellen.

Vermehrung

BBC Gardeners’ World schreibt, dass sich Kalanchoen leicht über Stängelstecklinge oder Blattstecklinge vermehren lassen, und nennt einen Zwischenschritt: die Stecklinge vor dem Einpflanzen einige Tage antrocknen lassen. Halten Sie das Substrat danach nur sparsam feucht.

Häufige Probleme

Was Sie sehenWas die Quellen dazu sagen
Wurzeln und Stängel faulenÜberversorgung mit Wasser (Hortipendium, für Zimmerpflanzen allgemein)
die Pflanze legt keine Knospen anes fehlen kurze Tage und lange Nächte (BBC Gardeners’ World)
Blüten blühen nach und nach abverwelkte Blüten entfernen (BBC Gardeners’ World)

Diese Tabelle ist kurz, und das hat einen Grund. Vier Punkte behandelt diese Seite bewusst nicht:

  • Weiche, glasig durchscheinende Blätter als Erkennungsmerkmal für Wurzelfäule stehen in keiner der hier ausgewerteten Quellen für diese Art. Hortipendium nennt die Fäulnis als Folge einer Überversorgung, beschreibt aber kein Aussehen; diese Seite nennt dafür deshalb kein Merkmal.
  • Eine Rangfolge der Todesursachen nennt keine der Quellen. Dass zu viel Wasser die häufigste Ursache sei, steht hier deshalb nicht.
  • Zur Luftfeuchtigkeit sagen die ausgewerteten Quellen zu dieser Art nichts. Hortipendium hat zwar einen Satz zu trockener Zimmerluft, er gilt aber Zimmerpflanzen allgemein und nicht Sukkulenten.
  • Schädlinge behandelt keine der Quellen für die Kalanchoe.

Findet sich etwas auf der Pflanze, führt die Seite Schädlinge an Zimmerpflanzen weiter; watteartige weiße Polster behandelt die Seite Wollläuse. Andere Ursachen für gelbe Blätter behandelt die Seite Gelbe Blätter. Wenn Sie lieber vom Symptom aus vorgehen, hilft die Seite Diagnose.

Wo Sie die Pflanze bekommen

Die Kalanchoe ist eine der Pflanzen, die Sie in Deutschland fast überall finden: im Gartencenter, im Baumarkt, im Blumenladen und in der Blütezeit auch beim Discounter. Sie wird fast immer knospig oder blühend angeboten.

Zwei Dinge lohnen den Blick beim Kauf:

  • Das Etikett. Kalanchoe blossfeldiana und Calandiva® sind nicht dasselbe: Nach BBC Gardeners’ World ist Calandiva® eine aus dieser Art gezüchtete Form mit gefüllten Blüten.
  • Die Knospen. Eine Pflanze mit vielen noch geschlossenen Knospen hat die längere Blütezeit vor sich; das ist eine eigene Einschätzung dieser Website.

Was für Sukkulenten allgemein gilt, steht auf der Seite Sukkulenten-Pflege. Welche Art wie viel Licht braucht, steht im Steckbrief auf der Seite Pflanzen.

Die Angaben zur Haustiersicherheit sind allgemein. Pflanzennamen und Sorten können regional abweichen. Wenn Ihr Tier eine Pflanze frisst oder Sie unsicher sind, wenden Sie sich an Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt.

Häufige Fragen

Warum blüht meine Kalanchoe nicht wieder?

Ihr fehlen die kurzen Tage. BBC Gardeners' World beschreibt die Kalanchoe als Kurztagpflanze: Sie braucht kurze Tage und lange Nächte, um Knospen anzulegen. Wie man das zu Hause nachstellt, beschreiben die Quellen unterschiedlich. BBC Gardeners' World nennt täglich nur acht bis neun Stunden Tageslicht über mindestens einen Monat, dazu sehr sparsames Gießen. Die NC State Extension nennt täglich sechs bis acht Stunden helles Licht und im Herbst und Winter 14 Stunden völlige Dunkelheit am Tag über mindestens sechs Wochen. Die beiden Angaben sind nicht dieselben; folgen Sie einer davon ganz, statt sie zu mischen.

Wie oft gießt man eine Kalanchoe?

Erst, wenn die obersten Zentimeter trocken sind. BBC Gardeners' World schreibt, nur zu gießen, wenn die obersten wenigen Zentimeter der Erde trocken sind, und im Winter sehr sparsam zu gießen. Das Gartenbau-Wiki Hortipendium nennt für Zimmerpflanzen allgemein die Folge einer Überversorgung: Wurzel- und Stängelfäule. Lassen Sie überschüssiges Wasser ablaufen und vermeiden Sie Staunässe.

Ist die Kalanchoe für Katzen und Hunde giftig?

Ja. Die ASPCA führt die Kalanchoe als giftig für Hunde und Katzen und nennt als Wirkstoff Bufadienolide, als Anzeichen Erbrechen, Durchfall und, selten, Herzrhythmusstörungen. Die NC State Extension nennt Blüten, Blätter und Stängel als giftige Pflanzenteile und schreibt, dass eine Aufnahme durch Menschen oder Tiere Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Teilnahmslosigkeit und Herzrhythmusstörungen auslösen könne. Stellen Sie die Pflanze außer Reichweite. Wirkt ein Tier krank, nachdem es an der Pflanze gefressen hat, wenden Sie sich an Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt.

Beim Giftinformationszentrum steht ungiftig. Was gilt denn nun?

Das kommt darauf an, um wen es geht. Das Giftinformationszentrum Bonn führt Kalanchoë blossfeldiana unter dem Namen Flammendes Käthchen als ungiftig. Es ist eine Einrichtung der Humanmedizin, seine Einstufung sagt nichts über Hunde und Katzen. Für Haustiere gilt die Einstufung der ASPCA, und die lautet giftig. Für Menschen widersprechen sich die Quellen: Die NC State Extension schreibt, dass eine Aufnahme durch Menschen oder Tiere Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Teilnahmslosigkeit und Herzrhythmusstörungen auslösen könne. Das Giftinformationszentrum Bonn führt sie für den Menschen als ungiftig. Diese Seite löst den Widerspruch nicht auf; im Verdachtsfall ist das für Ihr Bundesland zuständige Giftinformationszentrum die richtige Adresse.

Wie vermehrt man eine Kalanchoe?

Über Stängel- oder Blattstecklinge. BBC Gardeners' World schreibt, dass sich Kalanchoen leicht über Stängelstecklinge oder Blattstecklinge vermehren lassen, und nennt einen Zwischenschritt: die Stecklinge vor dem Einpflanzen einige Tage antrocknen lassen. Halten Sie das Substrat danach nur sparsam feucht.

Quellen