Leuchterblume-Pflege: Licht, Gießen und Vermehrung
Aktualisiert: 13. August 2026
Die Leuchterblume (Ceropegia woodii) ist eine hängende Sukkulente mit kleinen, herzförmigen Blättern an dünnen Trieben. Die NC State Extension beschreibt sie als zarte, immergrüne Staude mit hängenden Trieben und nennt die Blätter dunkelgrün mit silbriger Zeichnung auf der Oberseite und purpurn auf der Unterseite.
Zur Länge nennen zwei Quellen unterschiedliche Zahlen: Die NC State Extension gibt die Triebe im Topf mit etwa 90 cm an, die Royal Horticultural Society mit 1 m und mehr. Für die Praxis heißt beides dasselbe: Ampel, hohes Regal oder Schrankkante.
Zur Giftigkeit gibt es für diese Art keine belastbare Einstufung. Der Abschnitt weiter unten sagt, was die Quellen sagen und was sie nicht sagen; eine Entwarnung steht dort nicht.
Der Name und die Verwechslung mit der Perlenschnur
Die NC State Extension führt Ceropegia woodii als akzeptierten Namen und Ceropegia linearis subsp. woodii als früheren; BBC Gardeners’ World nennt beide. Die Familie ist nach der NC State Extension Apocynaceae, also Hundsgiftgewächse.
Unter den gebräuchlichen Namen führt die NC State Extension auch Rosary Vine und verwendet denselben Namen für Curio rowleyanus, die Perlenschnur. Beide sind hängende Sukkulenten, und die NC State Extension führt diesen Trivialnamen bei beiden Arten. Der Unterschied ist im Regal leicht zu sehen: Die Leuchterblume hat herzförmige Blätter, die Perlenschnur kugelrunde. Was für die Perlenschnur gilt, steht auf der Seite Perlenschnur-Pflege; sie wird dort ausdrücklich als giftig geführt, und diese Einstufung lässt sich nicht auf die Leuchterblume übertragen.
Standort und Licht
Die Quellen setzen den Rahmen unterschiedlich weit, deshalb hier jede einzeln:
- BBC Gardeners’ World: helles, indirektes Licht, außerhalb der direkten Sonne.
- Der Handelsbetrieb OurHouseplants: ein heller Platz mit gelegentlichem Sonnenstrahl; die Pflanze sei bei den Lichtverhältnissen anpassungsfähig. Zu meiden seien zwei Extreme, nämlich düstere, lichtarme Ecken und intensiv sonnendurchflutete Südfenster.
- NC State Extension: die Kategorie Dappled Sunlight, also den ganzen Tag Licht durch ein lichtes Kronendach.
- Royal Horticultural Society: ein gut beleuchteter Platz; sie nennt die Pflanze zugleich zufrieden in der Sonne oder im leichten Schatten.
Diese Website leitet daraus die Praxisregel ab, und das ist eine eigene Einschätzung: hell, aber ohne pralle Mittagssonne. Für deutsche Wohnungen heißt das Ost- oder Westfenster, und am Südfenster einen leichten Vorhang in der Mittags- und Nachmittagszeit.
Zwei Zeichen für zu wenig Licht sind belegt, und sie ergänzen sich:
- BBC Gardeners’ World schreibt, dass große Abstände zwischen den Blättern darauf hindeuten können, dass die Pflanze zu wenig Licht bekommt.
- Die Royal Horticultural Society schreibt, dass die dunkel purpurn getönten Blätter grüner werden, wenn das Licht nicht reicht.
Wie Sie einen dunklen Standort einordnen, steht auf der Seite Wenig Licht.
Gießen
BBC Gardeners’ World rät, im Frühjahr und Sommer regelmäßig zu gießen und die Erde zwischen zwei Gaben vollständig abtrocknen zu lassen. Die NC State Extension setzt dieselbe Schwelle: zwischen zwei Wassergaben vollständig abtrocknen lassen.
Der Handelsbetrieb OurHouseplants formuliert die Schwelle etwas milder, nämlich fast vollständig, und nennt als Größenordnung etwa einmal pro Woche im Sommer und alle zwei Wochen oder seltener im Winter. Diese Zahlen sind eine Größenordnung und keine Vorschrift; prüfen Sie die Erde.
Im Winter gießt BBC Gardeners’ World weniger. Dieselbe Quelle nennt auch den Grund, aus dem das wichtig ist: Die Pflanze darf nie im Wasser stehen, weil die Wurzeln sonst faulen und die Pflanze daran eingehen kann. Das Gartenbau-Wiki Hortipendium fasst denselben Fall für Zimmerpflanzen allgemein knapp: Eine Überversorgung führt zu Wurzel- und Stängelfäule.
Die Royal Horticultural Society ordnet die Pflanze übrigens toleranter ein als die anderen Quellen: Sie schreibt, die Leuchterblume vertrage es, zwischendurch etwas zu nass und etwas zu trocken zu stehen. Diese Website macht daraus keine Anweisung, hält die Einordnung aber für erwähnenswert, weil sie den Druck aus dem Thema nimmt.
Erde und Topf
- BBC Gardeners’ World: ein torffreies Kakteen- und Sukkulentensubstrat, oder eine torffreie Zimmerpflanzenerde mit Perlit gemischt.
- Royal Horticultural Society: Kakteenerde.
- NC State Extension: gut durchlässige, sandige Blumenerde mit guter Drainage; sie nennt einen sauren bis neutralen pH-Wert.
Dass BBC Gardeners’ World hier ausdrücklich torffrei schreibt, trifft sich mit dem, was in deutschen Gartencentern im Regal steht. Torffreie Erden trocknen schneller ab als torfhaltige; bei dieser Pflanze ist das kein Nachteil, weil die Erde zwischen zwei Gaben ohnehin abtrocknen soll.
Ein Abzugsloch ist Pflicht.
Temperatur und Luftfeuchtigkeit
Einen Temperaturbereich nennt nur eine der hier ausgewerteten Quellen: Der Handelsbetrieb OurHouseplants gibt 15 bis 25 °C an. Eine normal geheizte Wohnung liegt damit im Rahmen.
Zur Luftfeuchtigkeit schreibt dieselbe Quelle, dass sie für diese Pflanze nicht besonders wichtig sei. Die Heizperiode von Oktober bis April ist damit kein Problem; ein Luftbefeuchter oder eine Kies-Wasser-Schale sind hier nicht nötig.
Düngen
Diese Pflanze braucht sehr wenig Dünger. Drei Quellen nennen dazu jeweils eine eigene Zahl:
- BBC Gardeners’ World: ein- bis zweimal im Jahr während der Wachstumszeit, bei Topfpflanzen zweimal, im Frühjahr und Sommer.
- Der Handelsbetrieb OurHouseplants: viermal im Jahr sei genug.
- Royal Horticultural Society: zwei- bis dreimal ein stickstoffarmer Flüssigdünger, während die Pflanze wächst.
Keine dieser drei Angaben liegt über vier Gaben im Jahr. Im Winter wird nicht gedüngt; das Gartenbau-Wiki Hortipendium begründet das auf seiner Übersichtsseite zu Zimmerpflanzen allgemein damit, dass im Winter zu wenig Licht vorhanden ist.
Zeigen sich ein weißer Belag auf der Erde und braune Stellen, kann Düngersalz dahinterstecken. Wie Sie das prüfen, steht auf der Seite Düngersalz.
Vermehrung
Die Leuchterblume macht es Ihnen leicht, und der Grund sitzt an den Trieben. Die NC State Extension beschreibt Luftknollen entlang der Triebe und schreibt, dass diese Wurzeln bilden und eine neue Pflanze ergeben, sobald der Trieb Bodenkontakt bekommt. Der Handelsbetrieb OurHouseplants beschreibt die Knollen als recht groß und als Speicher für Nährstoffe und Wasser; er nennt außerdem die Nodien als die Stelle, an der neue Wurzeln entstehen.
Praktisch heißt das: Legen Sie einen Trieb auf durchlässige Erde im Nachbartopf und warten Sie.
Der zweite Weg sind Stecklinge. BBC Gardeners’ World nennt Stängelstecklinge und gibt für die Bewurzelung mehrere Wochen an. Die Royal Horticultural Society nennt eine Stecklingslänge von 10 bis 15 cm im Frühsommer und eine Bewurzelungstemperatur von 22 bis 25 °C.
Giftigkeit: keine belastbare Einstufung
Dieser Abschnitt sagt bewusst auch, was nicht bekannt ist.
| Quelle | Was sie zur Giftigkeit sagt |
|---|---|
| NC State Extension | kein Abschnitt zur Giftigkeit auf der Seite zu dieser Art |
| Royal Horticultural Society | geht nicht darauf ein |
| BBC Gardeners’ World | geht nicht darauf ein |
| OurHouseplants (Handelsbetrieb) | nicht giftig; in dieser Hinsicht unbedenklich für Katzen, Hunde und Menschen |
Eine fehlende Angabe ist keine Entwarnung. Drei der vier Quellen sagen zu diesem Punkt nichts, und die einzige positive Aussage stammt von einem Handelsbetrieb, nicht von einer Fachinstitution. Diese Seite stuft die Pflanze deshalb weder als giftig noch als ungiftig ein.
Praktisch heißt das: Hängen Sie die Pflanze so auf, dass Katze und Hund nicht herankommen, auch weil der Handelsbetrieb OurHouseplants beschreibt, dass sich Blätter und Triebe leicht überall verhaken. Wirkt ein Tier krank, nachdem es an der Pflanze gefressen hat, wenden Sie sich an Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt. Geht es um einen Menschen, ist das für Ihr Bundesland zuständige Giftinformationszentrum die richtige Adresse; bei bedrohlichen Anzeichen wählen Sie den Notruf 112.
Häufige Probleme
| Was Sie sehen | Was die Quellen dazu sagen |
|---|---|
| große Abstände zwischen den Blättern | kann für zu wenig Licht sprechen (BBC Gardeners’ World) |
| purpurne Tönung geht zurück, die Blätter werden grüner | zu wenig Licht (Royal Horticultural Society) |
| Pflanze steht im Wasser | Wurzelfäule (BBC Gardeners’ World) |
Zu Schädlingen an dieser Art sagen die hier ausgewerteten Quellen nichts. Finden Sie etwas auf der Pflanze, hilft die Seite Schädlinge an Zimmerpflanzen beim Bestimmen; watteartige weiße Polster behandelt die Seite Wollläuse. Wenn Sie lieber vom Symptom aus Schritt für Schritt vorgehen, hilft die Seite Diagnose.
Wo Sie die Pflanze bekommen
Die Leuchterblume steht in Gartencentern und größeren Baumärkten, meist schon in der Ampel. Sehen Sie sich beim Kauf an, worin der Topf steht: Steht er im Wasser oder in einem vollen Untersetzer, ist das das Warnzeichen. BBC Gardeners’ World führt genau darauf die Wurzelfäule zurück.
Achten Sie auf das botanische Etikett. Wegen der Namensüberschneidung bei den Trivialnamen ist Ceropegia woodii die verlässliche Angabe, und sie unterscheidet die Pflanze zugleich von der Perlenschnur.
Was für Sukkulenten allgemein gilt, steht auf der Seite Sukkulenten-Pflege. Welche Art wie viel Licht braucht, steht im Steckbrief auf der Seite Pflanzen.
Die Angaben zur Haustiersicherheit sind allgemein. Pflanzennamen und Sorten können regional abweichen. Wenn Ihr Tier eine Pflanze frisst oder Sie unsicher sind, wenden Sie sich an Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt.